Unter Wasser ist es still
Mairas Leben in Frankfurt als Möbel-Restauratorin verläuft eigentlich gut. Sie soll sogar den Betrieb ihres Chefs übernehmen. Das möchte sie mit dem Geld aus dem Verkauf ihres Hauses an der Ostsee finanzieren. Daher muss sie nach fast 20 Jahren
in die alte Heimat zurückfahren, um ein paar Erinnerungsstücke vor dem Verkauf mitzunehmen. Dabei trifft sie mit voller Wucht die Erinnerung an ihre Kindheit, und daran, wie sie mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihren Freunden eine unbeschwerte Kindheit verbrachte, die mit der frühen Demenz ihrer Mutter und deren Tod jäh endete. Auch die Freunde trifft sie, verschließt sich aber davor, zu viel Nähe zuzulassen. Zu schwer lastet die vermeintliche Schuld an dem Tod ihrer Mutter auf ihr. Als sie sich immer näher an ihr früheres Leben in dem nun zu verkaufenden Haus herantastet, spürt sie, wie ihre Seele noch immer darin wohnt und dass hier noch immer ihre Heimat ist. – Hier geht es darum, welche Bedeutung der Begriff Heimat haben kann, wenn er mit Leben gefüllt wird und wenn eine vermeintliche oder echte Schuld geklärt wird. Fragen, die wohl viele Leser/innen beschäftigen dürften.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Unter Wasser ist es still
Julia Dibbern
Limes (2024)
382 Seiten : Illustration
fest geb.