Die Sommergäste
Wo ist mein Kind? Diese Frage muss sich Susan ganz unerwartet stellen. Sie ist mit ihrer angeheirateten Familie in deren Sommerhaus an einem See, um ihren Schwiegervater zu bestatten. Plötzlich kommt ihre 14-jährige Tochter Zoe von einer Tour mit
ihrer neuen Freundin Callie nicht mehr zurück. Zoe ist eine hervorragende Schwimmerin, trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie ertrunken ist. Susan zerreißt es innerlich fast. Sie fühlt sich mit ihrer Angst allein gelassen. Die hiesige Polizistin Jo kämpft mit viel Ehrgeiz, um Zoe zu finden. Gleichzeitig ermittelt ein Rentnertrupp aus ehemaligen CIA-Mitarbeitern, der bereits in einem vorherigen Fall große Erfolge hatte (vgl. BP/mp 24/391). Doch werden sie Zoe rechtzeig finden? Was hat der ortsansässige Nachbar mit dem Fall zu tun? Schließlich macht er einen sehr düsteren und mysteriösen Eindruck. Dass während der Suche eine längst verschollene Leiche im See gefunden wird, macht es nicht leichter. – Spannend, wie die Autorin es schafft, all den unterschiedlichen Charakteren Leben einzuhauchen. Jedes Kapitel ist aus einer anderen Sicht geschrieben und überall wird man beim Lesen voll abgeholt. Am Schluss fügt sich alles zusammen und ergibt Sinn. Bis dahin wird man angehalten mitzuraten. Klare Lese-Empfehlung!
Corinna Meierhöfer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Sommergäste
Tess Gerritsen ; Deutsch von Andreas Jäger
Limes (2025)
Der Martini-Club ; [2]
415 Seiten
fest geb.