Wie Drachenzähne
Die Geschwister Marie und Konny leben mit ihren Eltern in Bonn und haben guten Kontakt zur Familie der Mutter, die in Eupen wohnt. Zur goldenen Hochzeit der Großeltern im Jahr 1939 fahren sie gemeinsam nach Belgien und Marie sieht zum wiederholten
Male die für sie bedrohlich wirkenden Betonsperren des Westwalls, die sie Drachenzähne nennt. Während des Familientreffens gibt es ernste Unterhaltungen über die politische Lage in den beiden Ländern seit der Machtergreifung Hitlers und vor allem im Grenzbereich. Kurze Zeit später bricht der Krieg aus. - Die Autorin schildert in diesem Buch anschaulich, wie die beiden Heranwachsenden die Zeit des Krieges und der Entbehrungen erleben, wie sie mit der Angst vor den immer wiederkehrenden Luftangriffen umgehen oder mit der Einberufung Konnys als Flakhelfer. Das tägliche Leben in Bonn ist eine stetige Herausforderung, die Besuche in Eupen werden immer mehr durch die großen Sorgen überschattet. Und auch nach dem Ende des Krieges wird es zunächst nicht einfacher, vor allem, da die Grenze zu Belgien für Deutsche gesperrt wird und es kaum Nachrichten über die dortigen Verwandten gibt. Dieses Buch ist sehr gut geeignet, jugendlichen Leserinnen und Lesern einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit und den historischen Zusammenhang zu geben und daher für alle Büchereien sehr zu empfehlen.
Julia Massenkeil-Kühn
rezensiert für den Borromäusverein.
Wie Drachenzähne
Gisela Holdau-Willems
Verl. Mainz (2013)
276 S.
kt.