Antifreud

"[Freud] amüsierte sich mit seinen Fantasiefiguren namens Libido, Trieb, Unbewusstes, Ödipus..." (S.303). Der Autor, ein bekannter Philosoph, will den Stifter einer "Weltreligion" (S.33)und seine Glaubensgemeinschaft entlarven (S.485). Die Psychoanalyse Antifreud gelte nur für Freud persönlich, nicht allgemein. Von "postmoderner Mythologie" (S. 513), "Tempelhütern"(S.488) ist die Rede. Freud sei nicht wissenschaftlich, als Arzt und Therapeut schlecht.- Mit spitzer Feder nehme man eine Prise Ironie, Polemik, Negativvokabular, Diskreditierungen und fertige das Bild eines paranoiden Geld- und Ruhmgierigen, Kokainsüchtigen, Sexbesessenen. Diese Rezeptur wird nicht nur Freudianer zum Kochen bringen, gilt Freud doch als einer der "einflussreichsten Denker aller Zeiten" (siehe R. D. Precht in 'Wer bin ich?', S. 85) trotz seiner Schwächen in Bezug auf Familie, Frauenbild, Wissenschaftlichkeit und Kollegialität. In Frankreich kontrovers diskutiert und in aller Munde.

Karola Sußbauer

Karola Sußbauer

rezensiert für den Borromäusverein.

Antifreud

Antifreud

Michel Onfray
Knaus (2011)

539 S.
fest geb.

MedienNr.: 344470
ISBN 978-3-8135-0408-8
9783813504088
ca. 24,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ps
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