Das Mädchen vom Amazonas
Als die kleine Catherina 1971 geboren wird, beschließen ihre Eltern, die schon vorher die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer im Amazonasgebiet erforscht haben, mit ihrer Tochter für einige Jahre in den Urwald zurück zu gehen, um ihr eine Kindheit
fernab der Zivilisation zu ermöglichen. In diesem faszinierenden Buch schildert die heute erwachsene Frau ihr Leben in einem kleinen abgeschiedenen Dorf, wo sie von den Indianern in die Gemeinschaft aufgenommen wurde, als wäre sie eine von ihnen. Ihre Patenschwestern lehren sie alles, was sie zum Überleben braucht, sie isst lieber das Essen der Einheimischen als das deutsche Essen, das ihre Mutter ihr geben will. Einfühlsam berichtet die Autorin über das Leben in dem Dorf, über die Sitten und Gebräuche aber auch über die Konflikte, die es manchmal gab. Zurück in Deutschland vermisst sie lange die Wärme und Geborgenheit dieser Zeit und als sie nach Jahren zu einem Besuch zurück kommt, ist vieles von der uralten Kultur unwiederbringlich verloren, wie so vieles, das durch die Zerstörungen des Regenwaldes vernichtet wird. Das Buch soll auch dazu anregen, sich über die Folgen dieser Eingriffe in die Natur und das Leben der Ureinwohner Gedanken zu machen, und ist für alle Büchereien sehr zu empfehlen.
Julia Massenkeil-Kühn
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen vom Amazonas
Catherina Rust
Knaus (2011)
348, [16] S. : Ill. (z.T. farb.)
fest geb.