Ich höre dir zu

Als Diego fast erblindet, kehrt der Reisereporter in seine italienische Heimatstadt zurück. Unglücklich mit sich und seinem Leben, versteckt er sich in der Wohnung seiner verstorbenen Eltern. Als er eines Tages entdeckt, dass er an seinem Telefon Ich höre dir zu die Gespräche der Hausbewohner mithören kann, wird er zum stillen Beobachter. Schon beinahe süchtig nach den Neuigkeiten der Anderen, bemerkt er plötzlich, dass ihm die Schicksale nahegehen. Besonders das magersüchtige Mädchen Giulia, die krebskranke Marta und die unglückliche Agnese haben es ihm angetan. Er wagt sich zurück ins Leben, um den Dreien zu helfen. - Die Autorin macht mit diesem Werk auf ein großes Problem der Gesellschaft aufmerksam. Obwohl der moderne Mensch mit der ganzen Welt verlinkt zu sein scheint, ist er doch oft einsam und führt kein erfülltes Leben. Ein Grund ist das mangelnde Interesse am Gegenüber. Man hört dem anderen nicht mehr richtig zu. Der Protagonist erfährt dies auch erst, als er halb erblindet und sich auf seine anderen Sinne konzentrieren muss. Jetzt ist er offen für die Sorgen und Gedanken anderer und erkennt dadurch auch seine eigenen Probleme. Wenn auch an manchen Stellen etwas klischeehaft, ist dies doch ein beeindruckender Roman, der zum Nachdenken anregt. Gerne empfohlen! (Übers.: Silvia Spatz)

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ich höre dir zu

Ich höre dir zu

Federica De Paolis
Knaus (2012)

286 S.
kt.

MedienNr.: 366114
ISBN 978-3-8135-0475-0
9783813504750
ca. 16,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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