Die merkwürdige Ehe der Coral Glynn

Im nasskalten Frühling von 1950 tritt Coral Glynn ihre neue Dienststelle in der englischen Provinz an. Sie soll eine sterbenskranke Dame pflegen, die zusammen mit ihrem kriegsversehrten Sohn Clement und einer Haushälterin in "Hart House" lebt. Unmittelbar Die merkwürdige Ehe der Coral Glynn nach Mrs Harts Tod macht Clement Coral einen Heiratsantrag. Verwirrt geht Coral in den Wald, um dort "Gewissheit über ihre Gefühle zu erlangen". Aus einem Stechpalmengehölz hört sie ein seltsames Geheule und findet ein gefesseltes Mädchen. Diese Szene hat Irritationspotential in der sonst eher behäbigen Geschichte, die ein wenig an "Jane Eyre" erinnert und auch im 19. Jahrhundert angesiedelt sein könnte. Wenig später wird Corals und Clements Verlobung bekanntgegeben, auch wenn die beiden offensichtlich wenig miteinander anzufangen wissen. Stattdessen starrt Coral zwei symbolbehaftete ausgestopfte Kolibris an, "reglos unter der Glasglocke sitzend, mit ausgebreiteten Flügeln, die anzudeuten schienen, dass sie entweder gleich losfliegen wollten oder gerade gelandet waren" (S. 66). In diesem atmosphärischen Schwebezustand verharrt der sechste Roman des amerikanischen Autors Peter Cameron (Jg. 1959) und führt in seinem wehmütigen Ton durch weitere schicksalhafte Wendungen. - Für größere Bestände. (Übers.: Henning Ahrens)

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Die merkwürdige Ehe der Coral Glynn

Die merkwürdige Ehe der Coral Glynn

Peter Cameron
Knaus (2013)

285 S.
fest geb.

MedienNr.: 377180
ISBN 978-3-8135-0477-4
9783813504774
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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