Ich gebe die Hoffnung niemals auf
Vaclav Havel schreibt im Vorwort zu dem Bericht über das Leben der Holocaust-Überlebenden und Konzertpianistin Alice Herz-Sommer, dass wir alle "aus ihrem an Höhen und Tiefen reichen Leben Weisheit und Zuversicht schöpfen können". Es ist beeindruckend,
den Lebensweg dieser außergewöhnlichen Frau mitzugehen, der sie aus ihrem kultivierten jüdischen Elternhaus (u.a. Bekanntschaft mit Kafka, Mahler) in die ihr ganzes Dasein bestimmende Welt der Musik führte, der sie letztlich auch ihr Leben verdankte. Zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn wurde sie 1943 in das KZ Theresienstadt deportiert, in dem das NS-Regime aus Propagandazwecken die Fassade eines normalen Lebens mit kulturellen Darbietungen - Alice gab mehr als 100 Konzerte - aufrechterhielt. Getragen von Zuversicht und Optimismus gelang es ihr nach der Befreiung und einer enttäuschenden Zeit in Prag, für sich und ihren Sohn in Israel ein neues Leben aufzubauen. Mit 83 Jahren zog sie nach London, wo aus zahlreichen Gesprächen dieses Buch entstand - das Bekenntnis einer Frau, dass das Leben trotz aller Bedrohungen immer einen Sinn hat. - Eine Mut machende Lektüre!
Inge Hagen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich gebe die Hoffnung niemals auf
Caroline Stoessinger
Knaus (2012)
271 S. : Ill.
fest geb.