Das Buch meiner Leben

Verbannt und verloren ist der Erzähler in der Neuen Welt, in der er seine europäische Herkunft nicht vergessen kann. Geboren und aufgewachsen in Sarajewo, gelang ihm rechtzeitig vor Ausbruch des Bosnienkrieges die Ausreise nach Chicago. Von Krieg, Das Buch meiner Leben Entwurzelung und Integrationsdruck der bosnischen Einwanderer in den USA erzählen Alexandar Hemons autobiografisch grundierte Geschichten mit großer Eindringlichkeit. Sie lassen weder traumatische Kindheitserfahrungen, den Tod der jüngsten Tochter und drastische Kriegserinnerungen aus noch die teilweise bizarren Erlebnisse im US-amerikanischen Schmelztiegel der Kulturen, etwa mit dem Deutsch-Ecuadorianer German, der aus Liebe zu Gott eine aus allen Nationen buntgemischte Fußballtruppe unterhält und sich als mitspielender Schiedsrichter nicht zu schade ist, sich selbst die Gelbe Karte zu zeigen. Hemons Geschichten sind von bedrückender Klarheit und erhellender Offenheit, von Sanftmut und Wut zugleich. Sie leugnen nicht die starken Emotionen, denen sie entspringen. Hemon ist ein begnadeter Erzähler, der, obwohl "Atheist, eitel und skeptisch", an die lösende Kraft der Imagination glaubt: "Fantasievolles Erzählen - also auch die Romanliteratur - ist ein evolutionäres Grundwerkzeug zum Überleben". Eine interkulturelle Geographie der Seele, allen Beständen empfohlen. (Übers.: Matthias Fienbork)

Michael Braun

Michael Braun

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Buch meiner Leben

Das Buch meiner Leben

Aleksandar Hemon
Knaus (2013)

221 S.
fest geb.

MedienNr.: 390873
ISBN 978-3-8135-0491-0
9783813504910
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.