Das Jahr meiner zweifelhaften Erlösung
Mit der Pubertät gerät man in einen Konflikt zwischen Kind- und Erwachsensein. Wie verheerend ein solcher Konflikt sein kann, wenn man halb Engländer, halb Bure im Südafrika des Jahres 1989 aufwächst, führt dieser feinsinnige Roman vor Augen.
Aus dem lockeren Erzählstil des Jack, der hier über sein Leben berichtet, der noch nicht richtig den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß greifen kann, wohl aber begreift, dass er irgendwie "besser" ist, entspinnt sich eine persönlich tragische Geschichte. Im Roman erlebt der Leser die Wandlung des Kindes zum Erwachsenen zwischen zwei Müttern, seiner leiblichen weißen nämlich und der schwarzen Kinderfrau, den selbstverständlichen schwarzen Hausangestellten und dem Wunsch der jungen schwarzen Bevölkerung nach Anerkennung und Gleichheit. Ein harmlos kindlicher Schreibstil für ein blutiges Kapitel südafrikanischer Geschichte. Sehr zu empfehlen. (Übers.: Stefanie Jacobs)
Daisy Liebau
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Jahr meiner zweifelhaften Erlösung
Jacques Strauss
Berlin-Verl. (2013)
265 S.
fest geb.