Die blinde Contessa und ihre Maschine
Die Erblindung der wunderschönen Contessa Carolina vollzieht sich schleichend. Sie hat also Zeit, sich in ihr Schicksal zu fügen. Ihre beiden ausgeprägtesten Neigungen, Phantasie und Entdeckerfreude, werden dabei immer intensiver, genauso wie ihre
Liebe zu Turri, dem Freund aus Kindertagen. Ihr liebevoller Ehemann Pietro, einst der begehrteste Junggeselle der Gegend, schenkt der fehlenden Sehkraft seiner jungen Frau weiter keine Beachtung. Er nimmt sich eine Geliebte und geht zum Alltag über. Sein Freund dagegen, der verheiratete Tüftler Turri, wendet sich der lebensfrohen Contessa zu. Er wird ihr Geliebter und erfindet eine Art frühe Schreibmaschine, damit Carolina ihm weiterhin Liebesnachrichten widmen kann. - Das Debüt der amerikanischen Autorin ist ein ebenso sanfter wie anrührender Roman über die Erblindung eines Mensch gewordenen Engels und die Liebe zweier Menschen, die ihre Vorstellungskraft in andere Sphären trägt. Carolinas Entdeckergeist und Turris Einfallsreichtum erheben sie weit über die Menschen ihres Standes der damaligen Zeit hinaus und haben die Kraft, die Leserinnen zu bezaubern. Wohltuende, charmante Lektüre in einem märchenhaften Ambiente, allen Büchereien empfohlen. (Übers.: Anke und Eberhard Kreutzer)
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die blinde Contessa und ihre Maschine
Carey Wallace
Bloomsbury (2011)
235 S.
fest geb.