Sound
Cincy steckt fest, nachdem ihm die Universität sein Promotionsstipendium im Fach Philosophie gestrichen hat. Nun kehrt er in seine Heimatstadt an der Küste südlich von New York zurück, um sich neu zu orientieren. Ein Job im Yachthafen, eine Bleibe
bei einem Kumpel, ein paar Bier mit alten Freunden und viel Musik - damit schlägt er seine Zeit tot, bis er auf Vera trifft, die ihn in ein Wechselbad der Gefühle stürzt. - Neu ist die Geschichte wirklich nicht, das haben wir alle so oder ähnlich schon mal irgendwo gelesen. Absolut andersartig und neu ist allerdings die Form, die der erst 29-jährige Autor wählte. Wolf, der bisher vorwiegend für Musikmagazine schrieb, versucht, die Gleichzeitigkeit von "Sound" literarisch umzusetzen und nimmt dabei die Rillen der guten alten Langspielplatte zum Vorbild. Schrifttype und Position der Dialoge und Geräusche sind nicht mehr linear gesetzt, sondern differieren in der Höhe auf der - allerdings immer noch rechteckigen - Seite. Das bedingt allerdings hochkonzentriertes Lesen und stört den Erzählfluss. Von daher ist dieses außergewöhnliche Buch wohl eher etwas für Bestände mit Lesern, die Interesse an experimenteller Literatur haben. (Übers.: Clara Drechsler u. Harald Hellmann)
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Sound
[T. M. Wolf]
Berlin-Verl. (2012)
357 S.
fest geb.