Roman in Fragen
Es geht kunterbunt zu, Frage um Frage. Der Autor springt, kaum länger als zwei, drei Fragen beim selben Gedanken verweilend, querbeet durch alles, von dem man gehört hat, gehört haben könnte oder bislang noch nicht das Geringste gehört hat. Und
meistens rattern die Synapsen im Gehirn los, ob der völlig unerwarteten, höchst fernliegenden Fragestellung, wegen angetippter eigener Erlebnisse oder wegen der kuriosen Reihenfolge der Fragen und der Sprunghaftigkeit des Fragenstellers. Ausweichen kann man oder will man ihm nicht, es sei denn, man wirft das Buch nach wenigen Seiten wütend oder ratlos in die Ecke. Lässt man sich auf mehr ein, hat man trotzdem keine Chance, zielstrebig bis zum Ende durchzulesen. Die eigene Phantasie stellt sich schon lange vorher quer. Trotzdem empfindet man bald Sympathie für den Autor, der aus einer recht pessimistischen Lebenshaltung heraus alles und jedes hinter-fragt. Der sich nicht abfindet mit dem, was so scheinbar offensichtlich auf der Hand liegt. Auf seine Art ein opus magnum, gießt doch der Autor schier zu allen wesentlichen und vor allem zumindest vordergründig unwesentlichen Dingen und Erfahrungen ein Tröpfchen in Form eines Fragezeichens dazu. Banale Fragen verwandeln sich mitunter - im Kopf des Lesers - in existenzielle Belange. - Für experimentierfreudige Leser/innen. (Übers.: Harry Rowohlt)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Roman in Fragen
Padgett Powell
Berlin-Verl. (2012)
190 S.
fest geb.