Hier kommen wir nicht lebend raus

In fünfzehn kurzen Geschichten setzt sich die fiktive Erzählerin Nell mit Alter, Krankheit und Tod im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis, der Frühgeschichte ("Tod durch Muschelschalen") oder in einem von einem außerirdischen Wesen erzählten Hier kommen wir nicht lebend raus Märchen ("Ungeduldige Griseldis") auseinander. Der erste und dritte Teil des Buches umrahmen mit Erinnerungen an Begebenheiten aus Nells Ehe mit Tig und nach dessen Tod eine Reihe Stories, die nicht mit ihrem Ehemann in Zusammenhang stehen. Neben der thematischen Schwere der Veränderung allen Lebens hin zur Vergänglichkeit lässt Atwood die Leser:innen doch nicht der Schwermut anheimfallen, da oftmals eine gehörige Portion Humor (z.B. "Morte de Smudgie"), Wort- und Sprachwitz (z.B. "Zwei verbrannte Männer", "Abgehoben: Ein Symposium", "Witwen") und Situationskomik ("Interview mit einem Toten") das Erzählte entschärfen. Atwood zeigt sich hier erneut als brillante Beobachterin, Erzählerin und Lyrikerin. Durch Thema und Plotauswahl anspruchsvoller, aber sehr zu empfehlen.

Margit Düing Bommes

Margit Düing Bommes

rezensiert für den Borromäusverein.

Hier kommen wir nicht lebend raus

Hier kommen wir nicht lebend raus

Margaret Atwood ; Deutsch von Monika Baark
Berlin Verlag (2024)

303 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 753869
ISBN 978-3-8270-1474-0
9783827014740
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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