Die Zeuginnen
Vor 35 Jahren schrieb Margaret Atwood den damals revolutionären Roman "Report der Magd". Dieser thematisierte die Unterdrückung der Frauen in einem Männerstaat Gilead, unter dem Deckmantel der Religiosität und des "Wohlwollens". Dieser Staat scheitert.
In dem Roman "Die Zeuginnen" berichten drei Frauen, unterschiedlichster Charaktere, Historie und Lebensgeschichte, von ihrem "Leben" in Gilead - der ihnen bekannten Welt. Frauen sind da Gebärmaschinen und Männer verteidigen diese. Die Themen Unterdrückung von Frauen, sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt durch hierarchisch höher gestellte Personen, die Macht totalitärer Systeme und die Machtlosigkeit der Nachbarn und "Wissenden", all das wird angesprochen. - Dieses Buch beschreibt eindrucksvoll und emotional sehr berührend Situationen, von denen wir gehört haben, von denen wir aber eigentlich lieber nichts wissen oder gar darüber reden wollen. Als das Buch "Report der Magd" erschien, war es Science-Fiction nahe der Realität und dasselbe gilt für "Die Zeuginnen" auch. Allen Büchereien empfohlen - Ausleihe aber bitte mit dem Hinweis auf die drastischen Schilderungen.
Gabi Radeck
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Zeuginnen
Margaret Atwood ; deutsch von Monika Baark
Berlin Verlag (2019)
571 Seiten : Illustrationen
fest geb.