Frau im Mond
Die Zwillinge Lilit und Lina el-Shami sind nach dem Tod der Eltern bei ihrem Großvater Maroun aufgewachsen. Als sich dieser, mit fast 100 Jahren, in ein Pflegeheim begibt, verbringt Lilit viel Zeit mit ihm und erfährt so etwas über ihre Wurzeln.
Insbesondere ihre Großmutter Anoush gibt Rätsel auf, und so macht sich Lilit auf Spurensuche bis in den Libanon. Dort findet sie das Waisenhaus, in dem Anoush mit tausenden anderen Kindern nach Ermordung oder Vertreibung der Eltern untergebracht und von einer kanadischen Familie adoptiert worden war. Maroun selbst war begeisterter Wissenschaftler und von der Raumfahrt fasziniert, seit er als kleiner Junge Fritz Langs Film "Frau im Mond" gesehen hatte. 1966 zündete er mit einer Gruppe von Studenten eine Weltraumrakete als Symbol für die Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft des Libanon. Diese Hoffnung zerplatzte endgültig genau 54 Jahre später bei der gewaltigen Explosion im Hafen von Beirut. – Brilliant erzählt und daher breit einsetzbar.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Frau im Mond
Pierre Jarawan
Berlin Verlag (2025)
495 Seiten
fest geb.