Judenhass
Der Publizist, Philosoph, Moderator und Rechtsanwalt Michel Friedman legt eine engagierte Schrift vor, die im Dezember 2023 unter dem Eindruck des Angriffs und Massakers der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 entstanden ist. Dabei ist der Terror in
Israel Anlass für Friedman, darauf zu schauen, wie es um den Hass auf Juden in Deutschland bestellt ist. Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt. Viele dieser Kapitel richten sich an einzelne Gruppen in der Form von Briefen, wie die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland, die Friedman gleichgültig erlebt, an die Christen, aber auch an die Politiker sowie die Jüdinnen und Juden, wie auch an die Judenhasser. Friedman beklagt die fehlende Solidarität mit jüdischen Mitbürgern und den praktizierten Hass gegen jüdische Einrichtungen in Deutschland. Dabei umkreist Friedman immer wieder die Frage, warum es den Antisemitismus in der deutschen Mehrheitsgesellschaft links-, wie auch rechtsextremistisch gibt und wie die Ereignisse des 7. Oktober 2023 ein Brandbeschleuniger für Hass auf Juden auch in Deutschland werden konnte. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer, den Artikel 1 des Grundgesetzes ernst zu nehmen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar.", wenn offen Hass und Hetze gegen Juden in Deutschland gelebt wird. Friedman macht deutlich, dass Judenhass Menschenhass ist. – Zur Diskussion breit empfohlen.
Helmut Lenz
rezensiert für den Borromäusverein.
Judenhass
Michel Friedman
berlin Verlag (2024)
102 Seiten
fest geb.