Heimatland
Heimat – das ist für die türkischstämmige Autorin ihr Kiez im Berliner Stadtviertel Neukölln. Heimatland – das ist für sie die Bundesrepublik, in der Kinder von Migranten aufwachsen und leben und mit vielerlei Problemen zu kämpfen haben.
Mit ihrem Blick "von innen" erzählt Balci detailreich und mit viel Empathie und dabei überaus informativ und spannend von einem Leben, das den meisten Nicht-Migranten hierzulande unbekannt ist: Vom Wechsel der Werte in ihrem Kiez, einst durchaus heile Welt, heute sozialer und politischer Brennpunkt, von Vorurteilen und Ungerechtigkeiten, von Gewalt und Härte, aber auch von den schönen Momenten des Lebens, von Freundschaften und dem Verlust geliebter Menschen, von der oft schwierigen Suche nach der eigenen Identität. So vermittelt sie ein Bild ihrer Heimat Deutschland (das sie trotz allem liebt und mit dem sie sich untrennbar verbunden fühlt) jenseits aller Klischees und Vorurteile und schafft sie einen Heimatbegriff, der so ganz anders ist als der übliche, heutzutage oft in Verruf geratene. Dieses Buch ist absolut lesenswert. Gerade für Leser ohne Migrationshintergrund informativ und wertvoll und aufschlussreicher als viele soziologische und sozialpolitische Studien. Allen Beständen sehr zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Heimatland
Güner Yasemin Balci
Berlin Verlag (2025)
319 Seiten
fest geb.