Ein kleines Stück Himmel
An einem Sonntagmorgen bricht Caras Welt zusammen: Während sie bei ihrer Freundin Marlee übernachtet hat, ist in ihrem Haus ein Brand ausgebrochen, in dem ihre Mutter und ihre Schwester ihr Leben verlieren. In Trauer und Erinnerungen verbringt die
Elfjährige die traditionelle jüdische Trauerwoche, die Schiwa, doch dann müssen sie und ihr Vater in den Alltag zurückkehren. Da das Haus vollkommen zerstört wurde, beziehen sie eine neue, fremde Wohnung, die sie die Trostlosigkeit noch stärker spüren lässt. Insbesondere ihr Vater verschließt sich vor Cara, spricht nicht mit ihr über den Brandhergang und überlässt sich und seine Tochter der Einsamkeit. Einzig bei Marlee findet Cara Halt, doch auch deren Toleranz für die Trauer der Freundin währt nicht für unbegrenzte Zeit. Da entdeckt Cara die Keksrezepte ihrer Mutter in den wenigen verbliebenen Habseligkeiten und beschließt, das Geschäft ihrer Mutter, die Kekse verkauft hat, nun selbst wieder aufzunehmen, wodurch sie zu neuer Lebensfreude zurückfindet. - Eine sehr schöne, ehrliche und an keiner Stelle überzogene Geschichte über Trauer und Trauerbewältigung, in der die Hauptfigur auch ihre Beziehung zu Gott reflektiert und zugunsten einer komplexeren Verbindung revidiert. Aufgrund des angenehmen Schreibstils und des trotz allem hoffnungsvollen Tones ist das Buch sehr zu empfehlen. (Übers.: Elisa Marie Dettlof)
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein kleines Stück Himmel
Brenda A. Ferber
Bloomsbury (2011)
171 S.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10