Als würde man mit den Fingern schnipsen und schon ist es vorbei
Calle hat schon mehrmals den Verlust eines geliebten Menschen verkraften müssen. Sein Vater starb, da war er fünf und seine Mutter mit seinem kleinen Bruder Örjan schwanger. Auch der Großvater ging schon. Nun liegt seine Großmutter im Krankenhaus
und kämpft gegen ihren Krebs. Calles Gefühle fahren mit ihm Achterbahn: Einerseits verliebt er sich gerade in das neue Mädchen in der Nachbarwohnung, andererseits muss er sich darauf einstellen, dass die Tage seiner geliebten Oma gezählt sind. - Jede Seite beinhaltet ein Kapitel, der Text darauf füllt sie oft nicht einmal ganz und dennoch umfasst das schmale Buch eine ganze Welt - Calles Welt. Fast wie Blitzlichter oder kurze Tagebucheinträge erzählt Calle von seinen Emotionen, reflektiert die schwierige Situation um die todkranke Oma, verliebt sich gerade unsterblich und schafft es nebenher, seinem kleinen Bruder samt dessen neuen Meerschweinchen die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist viel Stoff für einen jungen Mann, der auf der Schwelle zum Erwachsenwerden nicht viele Worte verliert. Spröde und wortkarg kommt die Erzählung daher und wirkt genau deswegen sehr authentisch. Ein einfühlsames Buch, das wegen seiner Knappheit auch für wenig lesebegeisterte Jugendliche gut geeignet ist!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Als würde man mit den Fingern schnipsen und schon ist es vorbei
Ingrid Olsson
Bloomsbury (2012)
218 S.
fest geb.