Vakuum
Für fünf junge Menschen bleibt an einem Samstag um 15:07 Uhr die Zeit stehen, alles Leben ist aus der Welt verschwunden. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Gegenden kommen, treffen sie nach und nach aufeinander. Ihre Annäherung vollzieht sich
nur langsam, denn alle tragen an einer schweren Last, haben Schlimmes durchlebt, fühlen sich an Furchtbarem schuldig. Und sie werden bedroht, von einem Nebel, der sie vereinnahmen will und sie mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert. Nur gemeinsam und durch Offenheit haben sie eine Chance gegen die Bedrohung von außen. - Antje Wagner ist eine bemerkenswerte Autorin, die es versteht, ihre Leser mit sprachlicher Brillanz und geschickt konstruierter Handlung zu fesseln. Die Ausgangssituation in ihrem Roman ist ganz real. Die Verschiebung der Wirklichkeit vollzieht sich erst allmählich. Zunächst führt sie ihre Charaktere als junge Menschen mit Ecken und Kanten ein, die Schlimmes durchlebt haben. Doch was das ist, das gibt die Handlung erst allmählich preis. Da streift Wagner Themen wie sexuellen Missbrauch, den Tod eines geliebten Menschen, Versagen in Gefahr. Dabei gelingt es ihr, ihre jungen Leser nicht zu überfordern, auch die Horrorelemente sind sparsam eingefügt. - Insgesamt ist dieser All-Age-Roman eine gelungene Mischung aus Fantasy, Dystopie und sozialem Drama!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Vakuum
Antje Wagner
Bloomsbury (2012)
365 S.
fest geb.