Nie ist ganz schön lang
Wieder einmal hat Metas Mutter einen neuen Freund, aber statt wie üblich nach Südfrankreich fahren sie mit ihm nach Island. Während Meta die wilde Schönheit (und auch die lebensbedrohliche Seite) der Insel für sich entdeckt, kriselt es immer mehr
zwischen den Erwachsenen. Enttäuscht müssen am Ende alle von unerfüllten Sehnsüchten Abschied nehmen, doch Versöhnung gelingt und Meta ist ein Stück ihrer Kindheit entwachsen. - Die ungewöhnliche Natur Islands wird zum Katalysator für die Beziehungen untereinander und im Fall der jugendlichen Ich-Erzählerin auch für ihre persönliche Entwicklung. Sehr dialogorientiert und in einfachen Sätzen werden die Natur und die Reaktionen der verschiedenen Charaktere auf diese geschildert. Die Bandbreite reicht von Ablehnung bis zum selbstverständlichen Dasein in ihr. Und so wie die Protagonistin lernt, Schönheit und Gefahr (ein) zu schätzen, so emanzipiert sie sich von ihrem Kind-Sein und findet einen eigenen Stand. - Ein Entwicklungsroman mit ungewöhnlicher Location, voll witziger Szenen und kluger Einsichten. Ab mittleren Beständen gut geeignet für Leserinnen am Übergang zwischen Kindheit und Jugend.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Nie ist ganz schön lang
Marjolijn Hof
Bloomsbury (2011)
136 S.
fest geb.