Minous Geschichte
Minou lebt auf einer kleinen Insel mitten im Meer, die nur von einer Handvoll Menschen bevölkert wird. Minous Mutter verschwand eines Tages spurlos von dort. Doch das Mädchen hofft immer noch auf ihre Rückkehr und glaubt nicht an ihren Tod wie alle
anderen auf der Insel. Dann wird ein ertrunkener Junge angespült und mit seiner Ankunft verändern sich das Leben und die Beziehungen der Inselbewohner untereinander. - Manche Bücher versprechen ein großes Geheimnis und enthüllen doch nur Banalitäten, die zudem noch vorhersehbar sind. So auch dieses, in dem Minou und ihr nach philosophischer Wahrheit strebender Vater auf ihre jeweils eigene Weise den Fortgang der Frau und Mutter zu verarbeiten suchen. Minous Innenwelten sind geprägt vom Widerspruch zwischen dem fantasiebegabten Wesen der Mutter und der logisch strukturierten Denkweise des Vaters. So reiht sich Rückblick an Rückblick, doch ein wirkliches Interesse an der Geschichte wird durch zahlreiche Längen im Keim erstickt. Daran kann auch die teils wirklich schöne poetische Erzählweise nichts ändern. Nur für ausgebaute Bestände!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Minous Geschichte
Mette Jakobsen
Bloomsbury (2012)
215 S.
fest geb.