Meine Wildnis
Die 13-jährige Caroline und ihr Vater leben schon mehrere Jahre in einer im Unterholz versteckten Hütte im Stadtwald von Portland im Nordwesten der USA. Die beiden Aussteiger, die frei sein und ihr Leben selbst bestimmen wollen, haben dort alles,
was sie zum Überleben brauchen. Das intelligente Mädchen erhält vom Vater Hausunterricht und liest sehr viel, es gibt sogar eine kleine Bibliothek in ihrer Hütte. Aber eines Tages sieht ein zufällig vorbeilaufender Jogger Caroline neben ihrer Hütte und verständigt die Polizei. Die beiden werden in Gewahrsam genommen. Behutsam versuchen die Behörden dann aber, Caroline und ihren Vater gemeinsam auf einer Farm in ein normales Leben zurückzuführen und in die Gesellschaft zu integrieren. Doch die beiden fliehen. Auf freier Strecke lassen sie den Busfahrer anhalten und laufen bei eisiger Kälte zu Fuß weiter durch die Wälder. Als es zu schneien beginnt, verlaufen sie sich in der Wildnis. Ein vulkanisches Becken mit warmem Wasser rettet ihnen das Leben. Sie entdecken eine unbewohnte Hütte, in der sie vorübergehend Unterschlupf finden. Aber die Flucht ist noch nicht zu Ende, es soll noch schlimmer kommen für Caroline, die nicht weiß, wohin ihr Vater überhaupt mit ihr will. Doch niemals zweifelt sie an ihm und niemals verliert das tapfere Mädchen die Hoffnung. - Inspiriert von einem authentischen Fall, widmet sich der Autor dem Thema Überleben am Rande der Zivilisation. Peter Rock, der die Ereignisse aus der Sicht seiner Protagonistin in naiver, aber dennoch ausdrucksstarker Sprache schildert, ist ein passabler Erzähler. Seine spannende Geschichte macht den Leser nachdenklich, lässt aber auch Fragen offen. Das originelle Buch ist eine lohnende Lektüre für Leser jeder Generation und empfehlenswert für alle Büchereien. (Übers.: Stephan Kleiner)
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Meine Wildnis
Peter Rock
DuMont (2011)
252 S.
fest geb.