Die letzten Entdecker
1785 schickt der französische König zwei Fregatten mit dem Auftrag los, unbekannte Länder und Inseln in der Südsee zu vermessen, zu kartieren, botanisch zu erfassen und wenn möglich als Herrschaftsgebiet zu deklarieren. Die Schiffe unter den Kapitänen
Lapérouse und de Langle umrunden Kap Hoorn, kreuzen entlang der Westküste Amerikas bis Alaska, queren den Pazifik, landen in Macao und auf der Kamtschatka an. Ihre letzte gesicherte Spur nach einer erneuten Ozeanquerung ist die Botany Bay in Ostaustralien. Jahrzehnte später findet man Spuren der Expedition auf einer der Salomon-Inseln. - Die Autorin stellt einzelne Mitglieder der Expedition in den Mittelpunkt der einzelnen Kapitel, wie sie mit den Gegebenheiten auf See und an Land zurechtkommen. Eingeblendet sind die Sichtweisen von indigenen Völkern, die wie die alaskischen Indianer höchst verwundert sind über das Verhalten der ihnen unbekannten Europäer. Menschliche Konflikte und Belastungen bilden das Korsett des Romans: Denkansätze der begleitenden Naturwissenschaftler und Verhaltensweisen der Besatzung als Spiegelbild der damaligen französischen Gesellschaftshierarchien. Originell ist der Abschluss des Buches, bei dem die wenigen Überlebenden, die alle vor dem Schiffbruch ihre Teilnahme abbrachen, zu Wort kommen. Angenehm sparsam geht die Autorin mit seefahrttypischem Wortschatz um. (Übers.: Monika Köpfer)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die letzten Entdecker
Naomi J. Wiliams
DuMont (2015)
495 S. : Kt.
fest geb.