Evies Garten

Die Mutter der zehnjährigen Evie ist verstorben. Der Vater zieht mit der Tochter aus der Stadt auf ein Anwesen mit einer riesigen Apfelplantage. Das Mädchen begegnet in dem abgelegenen Ort einem Jungen, der behauptet, vor einer Woche verstorben zu Evies Garten sein. Evie tut sich schwer, am neuen Wohnort heimisch zu werden. Doch der Junge hilft ihr. Von der Verkäuferin des Anwesens bekommt sie ein Samenkorn geschenkt, das ihr verstorbener Bruder als Erinnerung an seine verschwundene Schwester gehütet hat. Die Kinder säen es aus, es wächst in Windeseile ein Baum und versetzt die Kinder in eine andere Welt, in der Evie ihrer Mutter nahe zu sein glaubt. Aus Erwachsenenperspektive sind die beiden Kinder Evie und Adam verschwunden; das Mädchen wird schlafend unter einem Apfelbaum gefunden. Es stellt sich heraus, dass der Junge der Zwillingsbruder des verstorbenen Buben ist und er wie Evie unter dem Verlust leidet. Mit einem Brief, den die Mutter kurz vor ihrem Tod zum Geburtstag des Mädchens geschrieben hat, endet das Buch versöhnlich und optimistisch. - Mit den Elementen einer Geister- oder Fantasy-Geschichte nähert sich die Autorin zwei kindlichen Trauerphasen. Die Beschreibung des tristen Ortes entpuppt sich rückblickend als Bild des Seelenzustands. Eine ähnliche Deutung liegt bei dem Samenkorn nahe. Die Autorin vermeidet abstrakte Reflexionen, hüllt sie lieber in poetisch anmutende Bilder. Gleichzeitig hat das Buch für junge Leser den Reiz der Fantasie-Welt. Für trauernde Kinder und solche, in deren Familie oder Freundeskreis jemand in Evies oder Adams Lage ist.

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Evies Garten

Evies Garten

K. L. Going
Baumhaus (2012)

203 S.
fest geb.

MedienNr.: 357139
ISBN 978-3-8339-0135-5
9783833901355
ca. 12,99 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: K
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