Last Exit to El Paso

Die beiden alten Herren Arronax und Archie, ehemalige Bürger der DDR "am Ende ihrer Tage", erfahren per Telefon, dass sie eine Reise gewonnen haben. Zuerst skeptisch, beginnen sie sich mehr und mehr für ihren Gewinn, ein Wettrennen zu einem unbekannten Last Exit to El Paso Ziel in Amerika, zu interessieren. Lust am Spiel hatten sie immer schon und sie haben ja eigentlich wenig zu verlieren. Also entschließen sie sich, die von geheimnisvollen Mächten (dubiose Geschäftsleute, Regierung, Geheimdienst?) inszenierte und finanzierte Reise anzutreten. Archie fährt mit seinem Sohn Piet von New York entlang der amerikanischen Ostküste, Arronax mit seiner Krankenpflegerin Kathleen am Steuer entlang der Westküste gen Süden. Weitere Weisungen und das genaue Ziel der Reise sollen ihnen erst unterwegs mitgeteilt werden. Während ihrer abenteuerlichen Reise sind Arronax und Archie in ein fortwährendes Geistergespräch mit dreien der vier Kritiker aus Roberto Bolaños Roman "2666" verwickelt, außerdem in verworrene Szenarien, von denen nicht immer klar ist, ob sie real sind oder sich nur im Kopf der beiden Protagonisten abspielen. - Im neuesten Roman des 1935 in Bilbao geborenen und seit 70 Jahren in Ostdeutschland und Berlin lebenden Fritz Rudolf Fries geht es neben zahllosen geistreichen Reflexionen, Impressionen und Assoziationen aus dem normalen Leben vor allem um die Tücken des Alterns. Der Autor versteht es dabei mit viel Witz, Ironie und überbordender Erzählphantasie, Traum und Wirklichkeit miteinander zu verschränken. Die pointenreiche Gedankenprosa ist für literarisch versierte Leser sehr empfehlenswert.

Günther Freund

Günther Freund

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Last Exit to El Paso

Last Exit to El Paso

Fritz Rudolf Fries
Wallstein (2013)

192 S.
fest geb.

MedienNr.: 381522
ISBN 978-3-8353-1209-8
9783835312098
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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