Jeder Tag wie heute

Adam Schumacher und seine Frau Bella haben den Holocaust überlebt und sind nach Israel ausgewandert. Er wurde dort ein bekannter Schriftsteller, seine Frau eine berühmte Harfenistin, doch nun ist Bella seit zwanzig Jahren tot, und er will mit fast Jeder Tag wie heute neunzig Jahren sein ihr gegebenes Versprechen einlösen und zum ersten Mal Deutschland besuchen. Er folgt der Einladung seines deutschen Verlegerfreundes, um für dessen Literaturmagazin aus seinem fast neunzigjährigen Leben zu erzählen. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, denn er spürt seine Erinnerungen brüchig werden, eigenes Erleben und die Lebensgeschichten anderer fließen ineinander. Er erzählt, wie er seine Frau kennengelernt hat, berichtet von den Gräueln des Lagerlebens im KZ - doch dann wacht er nach einem Schlaganfall im Krankenhaus auf, und er fürchtet, sein Ende nicht mehr selbst bestimmen zu können, wie er es vorhatte. Er hatte deshalb schon Kontakt mit einer Schweizer Sterbehilfegruppe aufgenommen. Ron Segal erzählt vom Zustandekommen von Erinnerungen, vom Vergessen und davon, wie ein Schriftsteller dies literarisch umsetzen kann. Ein kurzer Roman, der sich einem schweren und unbequemen Thema durch einen manchmal feinsinnigen Humor und eine poetische Sprache nähert. Literarisch Interessierten sehr zu empfehlen. (Übers.: Ruth Achlama)

Gudrun Eckl

Gudrun Eckl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Jeder Tag wie heute

Jeder Tag wie heute

Ron Segal
Wallstein (2014)

139 S.
fest geb.

MedienNr.: 408246
ISBN 978-3-8353-1557-0
9783835315570
ca. 17,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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