Die dritte Hälfte

Der niedergelassene Allgemeinmediziner Hermann Dik fühlt sich mit seinen 66 Jahren zwar noch nicht wirklich alt, macht sich aber zunehmend Gedanken über sein Leben, das erkennbar in der "dritten Hälfte" angekommen ist. Noch füllt die gut gehende Die dritte Hälfte Praxis seinen Alltag aus, für sein Privatleben hat er sich nie viel Zeit genommen. Nach dem Tod seiner Frau prägen nur wenige Menschen sein Leben. Manchmal trifft er sich mit einer Nachbarin, die sich um die Zukunft ihres Sohnes sorgt; seine umtriebige Schwester mischt sich häufig ungefragt in sein Leben ein; die patente Praxis-Angestellte kämpft mit den Folgen einer Krebserkrankung; ein sehr eigensinniger alter Studienfreund kommt manchmal zu Besuch. In der Auseinandersetzung mit ihnen, die alle ihre ganz eigene und vom mühsamen Alltag häufig desillusionierte Sicht auf das Leben haben, und in häufigen Selbstgesprächen stellt sich der Arzt den vielen existentiellen Fragen eines schon lange gelebten Lebens, denkt über Versäumnisse und verpasste Chancen nach und ringt mit den Ängsten, die ihn nachts immer häufiger wachhalten. – Mal ernsthaft, mal lakonisch und mit einigem Humor erzählt Sabine Peters von den Bedürfnissen und Sorgen ihres freundlichen und melancholischen Protagonisten, der sich ganz allmählich mit der Endlichkeit seiner Existenz konfrontiert sieht. Ein eigenwilliges und stilles Buch über die Alltäglichkeit des Älterwerdens.

Angelika Rockenbach

Angelika Rockenbach

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die dritte Hälfte

Die dritte Hälfte

Sabine Peters
Wallstein Verlag (2024)

231 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620580
ISBN 978-3-8353-5760-0
9783835357600
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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