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Der autobiografisch geprägte Roman erzählt die Geschichte einer jungen Kosovo-Albanerin, die vor dem dortigen Krieg mit ihren Eltern nach Deutschland emigriert ist. Fern ihrer Heimat wächst die Ich-Erzählerin auf, schon früh lernt sie, mit den ë Vorurteilen gegenüber ihrer Herkunft zu leben, denn zu dieser Zeit kannte man in Deutschland die Geschichte und die Identität der verschiedenen Nationalitäten im ehemaligen Jugoslawien kaum. Von Deutschland aus erfährt sie auch von den Gräueln des Kosovokriegs und wie grausam mit ihren albanisch-stämmigen Landsleuten dort umgesprungen wurde. Doch auch in der sicheren neuen Heimat ist das Leben für das junge Mädchen nicht leicht: Zu sehr ist sie traumatisiert von dem, was sie vom Schicksal ihrer Angehörigen im Kosovo erfährt, aber auch davon, dass sie keine eigene nationale Identität entwickeln kann, denn in Deutschland ist und bleibt sie eine Fremde. Erst als sie sich entschließt, in den nun friedlichen Kosovo zu fahren, um sich ihrer und der Vergangenheit ihres Volkes zu stellen, kann sie zu sich finden und beginnen, ihre wahre Identität zu entwickeln. – Ein ergreifender Roman, in dem die Autorin mit viel literarischem Geschick die historischen Ereignisse im Kosovo und deren Folgen für die dort gebliebene Bevölkerung, aber auch die Emigranten beschreibt und so den (hiesigen) Lesern ein Kapitel europäischer Zeitgeschichte nahebringt, die für uns immer noch so unbekannt ist. Sehr lesenswert. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

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Jehona Kicaj
Wallstein Verlag (2025)

169 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623662
ISBN 978-3-8353-5949-9
9783835359499
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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