Das Mädchen in Rot
Sophia wohnt mit Mutter und Schwester am Rande des Waldes. Sie soll ihre kranke Großmutter besuchen, die am anderen Ende des Waldes wohnt. Der Wald ist groß, und Sophia muss aufpassen, dass sie nicht vom Hauptweg abkommt. Im Vorbeigehen nimmt sie
die Wunder des Waldes in sich auf. Im Herzen des Waldes gerät Sophia ins Träumen und verirrt sich. - Soweit der Text. Die Bilder sprechen eine ganz andere Sprache: Der Wald besteht aus Beton und Ziegelsteinen. Im Inneren findet sich Sophia in einer grellen und lauten Metropole wieder mit ihren bunten Leuchtreklamen, Fahrzeugen und illustren Menschengestalten. Umrahmt ist das Ganze von einer Szene, in der eine altmodisch gekleidete "Großmutter" mit Strickzeug einer Kinderschar in einem an "Toy Story" erinnernden Kinderzimmer diese magische Geschichte erzählt. Und als Ende bietet diese Großmutter sogar zwei Versionen an, eine traurige und ein Happy End. - Der mit vielen Preisen (u.a. dem Hans Christian Andersen Preis) ausgezeichnete italienische Kinderbuchillustrator Roberto Innocenti hat hier das Grimmsche Märchen aus seiner romantischen Verklärtheit herausgeholt und präsentiert es mit seinen lauernden Verführungen und düsteren Gefährdungen in einer Mischung aus Wimmelbilderbuch und künstlerisch ansprechenden Graffi-Panels im Stil der Graphic Novel. - Ein "Bilderbuch", das nicht für kleine Kinder geeignet ist, aber mit seinen etwas verstörenden Bildern ältere Kinder und Jugendliche begeistern kann.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen in Rot
Idee und Bilder von Roberto Innocenti. Text von Aaron Frisch
Gerstenberg (2013)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12