Die erstaunliche Geschichte von Frederik
Frederik arbeitet bei einem "Ausschnittdienst", d.h. er schneidet Artikel aus Zeitungen aus und sortiert sie thematisch. Eines Tages findet er die Todesanzeige eines Mannes, den er kannte, als er noch ein Kind war. Und plötzlich schrumpft Frederik
auf die Größe eines Kindes. Niemand glaubt ihm, dass er der erwachsene Frederik ist und obwohl er weiterhin alles kann, was Erwachsene eben so tun, hat er große Probleme, den Alltag zu bewältigen. Zum Glück trifft er Bommel, deren Mutter ihm ebenfalls Verständnis entgegenbringt und sogar herausfindet, wie er wieder in sein normales Leben zurück kann. - Diese Geschichte strahlt von Anfang an eine unbestimmte Traurigkeit aus. Obwohl die Erlebnisse des geschrumpften Frederiks eigentlich lustig sein könnten, bleiben sie auch in ihrer bildlichen Darstellung seltsam melancholisch, bis das Geheimnis aufgelöst wird. Die Autorin hat hier eine eindringliche Symbolgeschichte erschaffen, die das kindliche Unverständnis der Trennung, die Trauer über den Verlust der geliebten Pflegeeltern und die Auflösung des Traumas ausdrückt. - Ein leises Buch mit ungewöhnlichem Inhalt. Vermutlich keine Massenlektüre, sondern eher für ein kleines Publikum ein umso eindrücklicheres Leseerlebnis.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Die erstaunliche Geschichte von Frederik
Joke ¬van¬ Leeuwen
Gerstenberg (2015)
99 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8