Alice, die Notfallprinzessin
Die schüchterne Alice liest gerne, spricht eher wenig und ganz leise und denkt viel zu viel darüber nach, was ihr an Peinlichkeiten so alles passieren könnte. Damit sie ihre Ruhe hat, bleibt sie am liebsten für sich. Freunde hat sie keine, schon
deshalb nicht, weil sie es nicht ertragen könnte, sie wieder zu verlieren. Iver allerdings, der nette Junge aus der Nachbarschaft, liegt ihr sehr am Herzen, auch wenn sie dies nicht zugeben will. Als zum Ende des Schuljahres das obligatorische Theaterstück ihrer Klasse ansteht, ist Alice erleichtert, dass sie nur eine winzige stumme Rolle spielen soll. Was soll beim Einsatz als Hinterteil eines Pferdes schon passieren? Je näher aber die Aufführung rückt, desto größer werden ihre Sorgen. Denn Alice wurde als Notfallprinzessin ausgewählt und soll einspringen, wenn die Erstbesetzung dieser tragenden Rolle ausfällt. Und dann hat Helene einen Unfall... - Wie sich Alice nach vielerlei Ausflüchten ihren Ängsten stellt und am Tag der Aufführung über sich hinauswächst, hat der norwegische Autor Lian Torun mit viel Sympathie für seine liebenswerte Heldin aufgeschrieben, in der sich alle schüchternen kleine Leserinnen mit Sicherheit wiedererkennen können.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Alice, die Notfallprinzessin
Torun Lian. Mit Bildern von Oyvind Torseter
Gerstenberg (2019)
155 S. : Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8