Der Wolf kommt nicht
Schon das Cover ist grandios. Es zeigt ein Häschen am Abend im Bett, die Decke bis über die Nase hochgezogen. Ihm gegenüber befindet sich, im Schatten des Flurlichts, der Umriss eines Wolfs. Die Geschichte des bezaubernden Bilderbuches ist schnell
erzählt. Der kleine Hase soll schlafen. Die Mama schüttelt das Kissen auf und breitet die Bettdecke über ihr Hasenkind. Da fragt er, ob sie sicher sei, dass der Wolf nicht komme. Während die Mutter beteuert, dass es keine Wölfe mehr gebe, weil Jäger sie verjagt haben, malt sich das Häschen genau diese Szene ganz lebhaft aus, der Betrachter sieht sie ebenfalls auf einer ganzen Seite. Weitere Fragen zu den Wölfen, ihren Verstecken, dem Aussehen etc. animieren die Mama abzuwiegeln; die lebhafte Fantasie des Kindes malt die aussagestärksten Bilder. Dann klopft es an der Tür... - Überraschung ist das Schlüsselwort dieser pfiffigen Geschichte von einem Wolf und einem kleinen Hasen. Die kleinen Betrachter werden an der Balance zwischen Grusel und Freude, kongenial ausgedrückt in der Farbgebung der Illustrationen, ihre Freude haben. Am Schluss findet sich noch ein Bild, das eine ganz besondere Botschaft transportiert. Wärmste Empfehlung für jede Kinderbücherei.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Wolf kommt nicht
Myriam Ouyessad ; Ronan Badel ; aus dem Französischen von Ina Kronenberger
Gerstenberg (2020)
[28] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4