Karfreitagstod
Wenig Minuten vor zwölf Uhr entdecken zwei Ministranten einen Erhängten im Kirchturm der Stiftskirche von Altötting. Kurz darauf erfolgt ein Zugriff der Polizei auf eine Demonstration junger alternativer Leute, weil sie aus Klinikkreisen den Hinweis
erhalten hatte, deren Apotheker stelle Rauschgift her. Bei dem Toten handelt es sich tatsächlich um den Pharmazeuten. Mit einem ruhigen Osterwochenende wird es für die örtlichen Ermittler Max Kramer und Fritz Fäustl nichts. Sie müssen sich durch eine ganze Reihe von Gerüchten durcharbeiten und haben besonders die WG-Mitbewohner des Toten im Visier, alles Kinder örtlicher Honoratioren. Verwirrend wird die Geschichte, als der Kaplan mit Tagebuchaufzeichnungen kommt, die er bei seinen Nachbarn zufällig gefunden haben will. Das ist das letzte Puzzleteil, das sie einen Selbstmord ausschließen lässt. Wer hat den Apotheker so drapiert, dass sein Tod wie ein Ausweichen vor einer möglichen Verhaftung erscheint? - Amüsant ist der Einstieg mit den Damen des Frauenbunds, die auf den Glockenschlag warten, um ihr Fasten brechen zu dürfen. Und die bigotte Pfarrhaushälterin (aus dem Vorgängerband) darf auch nicht fehlen. Kleinstädtisch-katholisches Lokalkolorit ist gut eingefangen, da der Autor nicht zu dick aufträgt. Die Novizin Maria Evita, eine Jugendliebe von Kramer, verlässt ihr Kloster. Bekommt hier bald die private Seite der Ermittler neunen Drive?
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Karfreitagstod
Anton Leiss-Huber
Gmeiner (2022)
256 Seiten
kt.