Der Papstkäufer
Der Augsburger Johannes Zink aus einfachsten Verhältnissen ist schlau und lernt schnell, so steigt bereits in jungen Jahren zum Faktor, also zum Leiter der Fuggerschen Unternehmungen in Rom auf. Die Maxime des Hauses Fugger macht er sich schnell zu
eigen: Profit um jeden Preis. Das bedeutet aber gerade in Rom intrigieren, bestechen und auch betrügen. Mit dem Medicipapst Leo X. heckt Zink Geldgeschäfte übelster Art aus. Die Verschwendungssucht des Papstes erfordert immer wieder neue Kredite der Fugger. Der Vatikan ist aber nicht in der Lage, die Schulden zu begleichen. So wird das Gnadenablasswesen in Deutschland immer mehr zum Mittel, dem Papst und somit Zink und Fugger Geldmittel zu beschaffen, was aber mehr und mehr Widerstände hervorruft und letztlich auch zur Reformation führt. Zink hat sich in Rom im Laufe der Zeit Feinde gemacht. Nach dem Tod Leos X. wird es für ihn zunehmend schwieriger. Fugger traut ihm auch nicht mehr; Zink verliert sein Vermögen und stirbt als gebrochener Mann in Augsburg. - Über Zink ist nicht allzu viel an Fakten überliefert; der Autor musste sich daher oft mit Fiktionalem behelfen. Diese Geschichte ist aber sehr gut in die bekannten historischen Tatsachen eingebettet. Man erfährt viel über die Zeit der beginnenden Renaissance und der Kirchenspaltung. Eine gut geschriebene Historiengeschichte, die vielen Lesern gefallen dürfte.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Papstkäufer
Günther Thömmes
Gmeiner (2012)
Gmeiner Original
371 S.
kt.