Fallers Held

Johannes Faller kehrt in seine vor vielen Jahren überstürzt verlassene Heimat, die Schwäbische Alb zurück, um seine Doktorarbeit über Georg Elser zu Ende zu bringen. Er wird dabei nicht gerade willkommen geheißen und von vielen argwöhnisch beäugt. Fallers Held Auch das Verhältnis zu seiner Mutter macht ihm zu schaffen. Obwohl doch Jahrzehnte zwischen ihnen liegen, haben der Doktorand und der Widerstandkämpfer nicht nur die Heimat gemein, sondern auch ihr Leben weist gewisse Parallelen auf. In zwei Erzählsträngen werden deren Lebensberichte im Wechsel hintereinander gestellt. So trifft Faller bei seinen Abschlussrecherchen in der Elser gewidmeten Gedenkstätte auf seinen alten Lehrer Schwarz und beginnt ihn zu verstehen. Obwohl er für seine Arbeit nur eine Woche geplant hatte, verliert sich Faller, dessen Leben in Brüchen liegt, beim Versuch, Ungereimtheiten aufzudecken, immer mehr in seinen Nachforschungen und Mutmaßungen. Dem Autor gelingt es gerade durch die beiden nebeneinander stehenden Erzählungen über Faller und über den historischen Elser, den unverstandenen, und bewusst verdrängten Attentäter als Widerstandkämpfer aus der Vergessenheit zu reißen. Der romanhaften Fiktion und künstlerischen Freiheit sind authentische Zitate aus den Vernehmungsprotokollen von Georg Elser beigestellt. Das Buch bringt Georg Elser näher und regt zum Nachdenken an, deshalb sollte es auch in keiner Bücherei fehlen.

Susanne Elsner

Susanne Elsner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Fallers Held

Fallers Held

Sobo Swobodnik
Gmeiner (2015)

Spannung
313 S. : Ill.
kt.

MedienNr.: 800292
ISBN 978-3-8392-1802-0
9783839218020
ca. 11,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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