Der Lärm des Lebens
Die Demenzerkrankung und der nahe Tod seines Vaters lassen Schauspieler Jörg Hartmann in seine Heimatstadt Herdecke zurückkehren. Er ist von seinem Vater beeindruckt: mit zwei gehörlosen Eltern aufgewachsen, hat er sein Leben als Handwerker gemeistert,
eine Familie gegründet und ist ein begeisterter Handballer gewesen. Jörg ist schon in jungen Jahren in die weite Welt aufgebrochen: zur Schauspielschule in den Süden, Reisen zu Theatern in der Republik, Kontakt mit Theatergrößen und erste Engagements. Seit etlichen Jahren ist er Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne, der Kontakt zu den Eltern im Ruhrgebiet reißt nie ab. Im Gegenteil: Die Wurzeln bekommen immer größere Bedeutung und die Heimat ihren besonderen Wert. Parallel dazu erzählt Hartmann von seinen ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen rund um den Mauerbau, die Covid-Pandemie oder den Krieg in der Ukraine. Kennt man Jörg Hartmann vor allem als Dortmunder Tatort-Kommissar Peter Faber, dann ist seine Lesung schon beinahe zurückhaltend und ruhig. Gerade deshalb ist die ungekürzte Lesung auch so authentisch, denn es gibt viele leise Töne und gerade die regelmäßigen Telefonate mit der Mutter zeigen den tiefen Respekt für die Familie und die Heimat. Eine schöne Ergänzung für mittlere und größere Hörbuchbestände.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Lärm des Lebens
Jörg Hartmann
argon edition (2024)
1 mp3-CD (circa 482 min)
mp3-CD