Hinaus in den Wind
An der Westküste Norwegens irgendwann im (späten) 19. Jh.: Kristiane leitet mit ihrem Mann Lars – die beiden verbindet eher eine Freundschaft seit Kindertagen als wahre Liebe – ein erfolgreiches Schiffereiunternehmen. Sie überlegt sogar, ein
neues Schiff anzuschaffen und so der Konkurrenz voraus zu sein. Anders, der Sohn aus Kristianes erster Ehe (ihr Mann kam bei einer Sturmflut ums Leben), ist ein begeisterter und talentierter Musiker. Doch seine Zukunft ist vorbestimmt: er soll, ja muss, die Familientradition fortsetzen und Lotse werden. Vielleicht wird Kristianes Leidenschaft fürs Schneidern bald schon zu einem zweiten Standbein, denn ihre Kleider ernten viel Bewunderung. Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein, denn ihr Herz hängt noch immer an einem anderen. Vollkommen aus dem Lot gerät ihr Leben, als sie am Strand einen toten Säugling findet. Woher kommt das Kind und warum musste es sterben? – Dies ist die Fortsetzung von „Der Gesang der See“ (BP/mp 26/809) und viele der Erzählstränge ergeben sich erst, wenn man auch diesen Vorgänger kennt. Es ist allerdings keine Serie, denn es gibt keine Fortsetzung. Ein beeindruckendes Frauenschicksal in einer rauen Gegend, letztlich wird ihr nichts geschenkt, denn das Schicksal schlägt ein weiteres Mal zu. Yara Blümel sorgt für rund 340 Minuten Hörgenuss.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Hinaus in den Wind
Trude Teige ; gelesen von Yara Blümel ; aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
argon hörbuch (2026)
1 mp3-CD (circa 341 min)
mp3-CD