Wo ein bisschen Zeit ist ...
Der 18-jährige Jack ist der Vater eines Babys, das die Mutter zur Adoption freigegeben hat. Unerwartet ruft ihn seine demente Großmutter an. Das Telefonat bewegt ihn, ihr seinen Sohn zu zeigen, der für ihn nun plötzlich - obwohl er zunächst für
dessen Abtreibung war - zum Sinn seines Lebens wird. Er entführt ihn aus der Klinik und macht sich mit einem Freund und - etwas später - auch der Mutter auf den Weg zu der alten Frau. Zwei Tage sind sie so auf der Flucht vor der Polizei, bis hin zu einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Boot der Eltern des Freundes. Unterwegs erzählt Jack immer wieder seinem Sohn von den großen Fragen der Philosophie, denn er nennt den Neugeborenen Sokrates. - In die turbulente, mit komischen Episoden gespickte Story packt der selbst noch sehr junge Autor viele der Fragen, die Menschen in der Adoleszenz bewegen. Ihm gelingt es dabei, so trockenen Stoff wie das Problem sehr früher Elternschaft ohne erhobenen Zeigefinger anzusprechen. Die viele junge Erwachsene umtreibenden Fragen nach dem Sinn des Lebens handelt er durch seinen Protagonisten Jack in der Manier philosophischer Diskussionen mit "Sokrates" ab. Eine Portion Lesewitz entsteht aus der sprachlichen Diskrepanz zwischen banalem Auslöser und Antwort. Sie bezieht Jack meist aus den Erkenntnissen der griechischen (Natur-)Philosophen. Ein humorvolles Buch, das zu empfehlen ist. (Übers.: Thomas Gunkel)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wo ein bisschen Zeit ist ...
Emil Ostrovski
FJB (2014)
302 S.
fest geb.