NervenSegen
Es werden immer weniger Menschen, die sich kirchlich verortet wissen, da inzwischen auch einst aktive und engagierte Christen aus ihrer Kirche austreten. Was kann motivieren, trotz allem Gegenwind zu bleiben und nicht nur durchzuhalten, sondern auch
Mut zum Gestalten zu bekommen? Das schmale, aber inhaltsreiche Büchlein gibt hier einige Denkimpulse: Immer wieder unterbrochen von oft augenzwinkernden und mit Worten spielenden Gedichten und Liedtexten (der Buchtitel gibt hier schon einen Anhaltspunkt) stellt der Autor seinen eigenen Standpunkt glaubhaft dar. Dabei beleuchtet er zunächst die kirchengeschichtliche Situation - die interessante These, dass die so ideale Gemeindekirche fast ein Ding der langfristigen Unmöglichkeit war/ist, lässt hier schon einmal aufhorchen. Stark autobiografisch gefärbt führen die gut lesbaren Texte durch verschiedene Bereiche kirchlichen Lebens und ermutigen zu einem kritischen, aber liebevollen Blick auf die Kirche, die mehr ist als die öffentliche Meinung aktuell propagiert. Ein empfehlenswertes Trostbuch!
Susanne Elsner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
NervenSegen
Stefan Herok
Patmos Verlag (2023)
176 Seiten
fest geb.