Babel

Robin Swift ist ein chinesischer Waisenjunge, der in Großbritannien in der Obhut von Professor Lovell aufwächst. Lovell lehrt in Babel, einem Turm mitten in Oxford, der das Königliche Institut für Übersetzung beherbergt. Dort soll auch Robin einst Babel studieren und später dem Institut als Übersetzer und Wortmagier für asiatische Sprachen dienen. Zunächst ist Robin von dieser Vorstellung völlig überwältigt, bis er am Institut Freunde aus anderen Kolonien des Empire findet und deren Schicksale kennenlernt, die seinem gleichen. Robin erkennt, dass für die Briten die Menschen aus den Kolonien nur Mittel zum Zweck sind, um ihren Reichtum zu vergrößern. Er und seine Freunde schließen sich daraufhin dem Widerstand an, der von der Krone gnadenlos verfolgt wird. Doch auch Robin ist bereit, in diesem Kampf bis zum Äußersten zu gehen. - Für diesen Fantasyroman braucht man anfangs viel Geduld. Die Welt eines Großbritanniens während der Industriellen Revolution, die die Autorin entwirft, ist nicht leicht zu durchschauen. Anstatt mit Dampf, wie im historischen Vorbild, wird hier die Industrie mithilfe von Silberbarren und Wortmagie angetrieben. Etwas langatmig wird daher immer wieder der Zusammenhang von korrekter Übersetzung und Sprachkontext erklärt. Sehr gut dargestellt sind jedoch die Folgen für die Arbeiterklasse und die Ausbeutung der Kolonien. Hier baut sich am Ende auch die richtige Spannung auf, um den Roman zu einem packenden Ende zu bringen.

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Babel

Babel

R. F. Kuang ; aus dem amerikanischen Englisch von Heide Franck und [einer weiteren]
eichborn (2023)

731 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 615375
ISBN 978-3-8479-0143-3
9783847901433
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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