Der Schatz des Herrn Isakowitz

Die Rahmenhandlung des Romans ist die Fahrt dreier Generationen aus Schweden zum früheren Wohnsitz des Vorfahren in Kwidzyn, früher Marienwerder, in Polen. Sie stellen bald fest, dass sie es gar nicht so einfach miteinander haben. Viele der Verhaltensweisen Der Schatz des Herrn Isakowitz rühren aus der Vergangenheit der Familie her. Die jüdischen Vorfahren haben "Lebensgeschichten, die die meisten Romane an Dramatik überbieten". Im Fluss der Reise entsteht ein Kaleidoskop von Lebensabschnitten verschiedener Verwandter, die sich unter abenteuerlichsten und auch grausamen Umständen aus Deutschland und den vom NS-Regime besetzten Gebieten nach Schweden durchschlagen. Der namensgebende Schatz wird nicht gefunden, aber als Wert entpuppt sich für den Autor, den Vertreter der nachgeborenen Generation, das Aufdröseln der vielfach verschlungen und teilweise totgeschwiegenen Schicksale. - Als bleibenden Eindruck dieser Roadnovel entsteht nicht ein klares Bild, wer wann was erlebte oder erleiden musste, sondern die Erfahrung, dass gerade diejenigen aus den betroffenen Familien oft am meisten leiden, die vermeintlich gut weggekommen sind, eben aufgrund der Tatsache, dass ihre Rettung relativ einfach verlief, während sie hilflos das Schicksal ihrer Angehörigen von Ferne mitansehen mussten. Durchaus lesenswert. (Übers.: Susanne Dahmann)

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Schatz des Herrn Isakowitz

Der Schatz des Herrn Isakowitz

Danny Wattin
Eichborn (2015)

237 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 784772
ISBN 978-3-8479-0584-4
9783847905844
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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