Der Junge und der Elefant
Bat beobachtet, wie Wilderer einen Elefanten töten und findet das nun verwaiste Baby. Er nimmt es mit in sein Dorf wo die beiden nun miteinander aufwachsen. Traditionell gut sind die Beziehungen der Savannenbewohner zu den Elefanten und durch den
Einsatz vieler wird aus dem Baby Meya eine erwachsene Elefantenkuh, die bei einer vorbeiziehenden Herde Aufnahme findet. Immer mehr Flüchtlinge und mit ihnen Gerüchte ziehen durchs Dorf und eines Tages werden Bat und seine Freundin Muka entführt und erleben das grausame Leben der Kindersoldaten. Als Bat die Rebellen zu den Elefanten führen soll, werden sie von Meya gerettet. - Berührend und grausam sind die Erlebnisse der Kinder, die von der Autorin in einfacher Sprache, geradezu zärtlich und poetisch geschildert werden und deshalb umso erschütternder auf den Lesenden wirken. In kleinen, unspektakulären Szenen zeigt die Verbindung von Mensch und Elefant eine fast magische Kraft. Umso grausamer ist im Gegensatz dazu das Leben als Gefangene der Rebellen. So wenig die Kinder dort die Zusammenhänge verstehen, so bleiben sie auch für die Leserinnen und Leser im Unklaren. Spürbar und verstehbar wird nur, dass sich die Kinderseelen nur retten können, wenn sie abstumpfen und nichts mehr fühlen. - Ein kluges, leises aber genau deshalb umso gewaltigeres Buch mit tiefen Einblicken in existentielle Fragestellungen. Sicher keine Lektüre für ein breites Publikum, aber eine, die tief beeindruckt und lange nachhallt.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Junge und der Elefant
Rachel Campell-Johnston
Aladin (2014)
408 S. : Ill., Kt.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12