Alle Tage, die uns gehören
Maria und Emiliano sind ein glückliches Paar, bis eine Bagatelle einen solchen Streit auslöst, dass ihre Beziehung zerbricht und die erschütterte junge Frau allein zurückbleibt und all ihren Lebensinhalt vergangen sieht. Wochenlang dreht sich ihr
Dasein nur um den Verlorenen. Was mag er denken? Wie geht es ihm? Mit wem trifft er sich? All das entfremdet Maria von sich selbst, und haltlos, wie sie ist, ersetzen diesen ihre Freunde. In dieser Phase der Trauer und Verlorenheit verliert sie ihre Mutter, was sie existenziell erschüttert. Angesichts dieser Lebenszäsur, die vieles in den Hintergrund treten lässt, ist auch Emilio als Trost wieder in ihrem Leben. Aber nichts lässt sich rückgängig machen und ein Zurückdrehen des Rades ist Illusion. Jedoch ist es gerade die Lebenskrise, aus der Maria durch die Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft, ihrer Mutter und all dem, was man sich von Leben wünscht, wie man es nur in Konfrontation mit dem Tod erkennt, erstarkt und selbstbestimmt hervortritt. Ein neues Leben beginnt. - Leichte Unterhaltung mit einem sehr konstruierten Aufhänger, was aber der Leselust und der fein und wohltuenden Verpackung von Lebensweisheiten keinen Abbruch tut.
Christine Vornehm
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Alle Tage, die uns gehören
Catalina Aguilar Mastretta ; aus dem Spanischen übersetzt von Anja Rüdiger
Thiele Verlag (2020)
350 Seiten
fest geb.