Die perfekten Tage
Inspiriert von Briefen des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner verfasst der spanische Journalist Luis auf einer Dienstreise in Austin, Texas ebenfalls zwei Briefe: einen an seine Geliebte Camila, die er eigentlich in Austin hätte treffen
wollen, und einen an seine Ehefrau Paula, die mit den Kindern in Madrid geblieben ist. Mitreißend und humorvoll beschreibt er darin den Verlauf ihrer Beziehungen und seine Gedanken dazu. Die Geschehnisse sind so authentisch wiedergegeben, dass man beim Lesen die ganze emotionale Palette der Liebe mit dem Erzähler gemeinsam durchlebt: von der überbordenden Euphorie des Verliebtseins bis zur tiefen Trauer darüber, dass die Gefühle mit der Zeit verblassen. Die Originalbriefe Faulkners, die er an seine Geliebte geschrieben hat, und die darin enthaltenden Zeichnungen sind als Faksimile in den Roman eingebaut, sie werden von Luis übersetzt und kommentiert. Wie bei einer Reihe aus Dominosteinen löst jeder Brief Faulkners bei Luis neue Erkenntnisse und Emotionen aus. Er überträgt sie in seine eigenen Briefe, bis sie schließlich die Leser*innen dieses Romans mitten ins Herz treffen. Da die insgesamt sieben Tage, die Luis mit seiner Geliebten in Austin verbracht hat, sehr detailreich beschrieben werden und auch einige Lokalitäten namentlich benannt werden, fungiert dieser außergewöhnliche Roman sogar als kleiner Reiseführer. Zurecht wurde dieses vielschichtige und brillante Buch in Spanien zum Bestseller.
Franziska Knogl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die perfekten Tage
Jacobo Bergareche ; aus dem Spanischen übersetzt von Kristin Brandt
Thiele Verlag (2023)
251 Seiten
fest geb.