Trödeltrudls Klippklapptraum
Trudl geht in den Garten, um auf Mutters Wunsch die Wäsche von der Leine zu holen. Da hängt sie, festgehalten von den gestrengen Kluppen (das ist das österreichische Wort für Klammern), die erst von Trudls flinken Fingerbeinen geöffnet werden
müssen. Allerdings haben die erst noch anderes vor, so müssen sie etwa den Latzhosenzwerg durchs feine Wirrhaar wuscheln. Da dauert es, trotz zwischenzeitlicher Ermahnung, halt etwas länger, bis die Wäsche von der Leine in den Korb wandert. - Wer kennt sie nicht, die Kinder, die bei der Ausübung ihrer kleinen Pflichten schon mal ins Trödeln und Träumen geraten? Stockreiter verleiht einer alltäglichen Situation mit gekonnt simpler Grafik und herrlich verdrehtem Sprachwitz einen ganz eigenen Charme. Mit viel Fantasie, sowohl in den Illustrationen als auch im Text, haucht sie den Dingen ein Eigenleben ein und präsentiert uns eine durch und durch sympathische Hauptfigur. Da stört es wenig, dass einige Begriffe wie etwa Kluppen speziell dem österreichischen Sprachraum entstammen. Das ist den kleinen Zuhörern schnell erklärt und tut dem Vorlesespaß keinen Abbruch. Trotz des relativ hohen Preises für ein so kleines Büchlein gerne empfohlen!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Trödeltrudls Klippklapptraum
Renate Stockreiter
Wiener Dom-Verl. (2012)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5