Nur noch ein bisschen mehr
Jannes wichtigste Eigenschaft ist ihr Übergewicht, so sieht sie es selbst und so sehen es die meisten ihrer Mitmenschen. Sie wird daher verspottet und den Schmerz darüber betäubt sie mit Essen. Ihre Eltern versuchen, sie mit Appellen zum Reduzieren
ihrer riesigen Essensportionen zu bringen. Doch dem Zwang, allen Schmerz mit Essen zu betäuben, kann sie sich nicht entziehen. Symbolisch begleitet ein dickes, schwarzes Monster Janne vor allem in kritischen Situationen. Als fieses Mobbing in der Schule unerträglich wird und ihre beste Freundin sich eine schlanke neue Freundin sucht und die beginnende Freundschaft mit einem Klassenkameraden zerstört wird, da bricht sie verzweifelt zusammen. Ihre Mutter schlägt ihr vor, jedes abgenommene Kilogramm mit Geld zu honorieren. Damit beginnt ein stetiges Abnehmen, aus dem Janne nicht mehr herauskommt. Die Lösung ist leider zu einfach: ein verständnisvolles Gespräch mit den Eltern, die Freundschaft mit dem Klassenkameraden geht weiter, und auch ihre Mitschülerinnen wenden sich wieder ihr zu. – Empfehlenswert für alle, die meinen, Mobbing wäre eine harmlose Angelegenheit; für von Ess-Störungen Betroffene weniger, weil die Lösung unrealistisch einfach dargestellt wurde.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Nur noch ein bisschen mehr
Jenny Jordahl ; aus dem Norwegischen von Leonie Teckenburg
Atrium Pics (2025)
203 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10