Robbe schwimmt rückwärts
Nach dem Abitur will Mona unbedingt auf eine Schauspielschule gehen. Auf vielen Probebühnen durchläuft sie die Prozedur des Vorsprechens, gibt das Gretchen und Kleists Agnes - doch jedes Mal wird sie abgelehnt. Während sie mit vielen anderen Bewerbern
auf ihr allerletztes Vorsprechen wartet, durchlebt sie all ihre Hoffnungen und Enttäuschungen noch einmal - wenn es wieder nicht klappt, will sie irgendein Studium beginnen. Doch dieses Mal hat sie Glück, sie schafft es bis in die dritte, letzte Runde. Als Teil einer Gruppe erfindet sie zusammen mit Lunet, Olaf, Felix, dem Stelzenmädchen und Florian Geschichten, improvisiert, macht Bewegungs-, Tanz-, Rhythmus- und Sprechübungen, und allmählich kommen sich die sechs näher. Doch nach drei Tagen ist die dritte Runde vorbei, sie fahren heim, warten auf die telefonische Zu- oder Absage. Als Mona erfährt, dass es wieder nicht gereicht hat, funktioniert sie die nächsten Wochen nur noch beim Jobben, bewirbt sich an Unis, kann sich über Zusagen nicht freuen, und erst nach und nach nimmt sie das Vorsprechjahr als positive Lebenserfahrung an. - In ihrem Debütroman gelingt es der Autorin sprachlich und stilistisch überzeugend, dem Leser Monas Stimmungen, Hoffnungen und Enttäuschungen nahezubringen. Gerne empfohlen.
Gudrun Eckl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Robbe schwimmt rückwärts
Silvia Overath
Rotpunktverl. (2015)
155 S. : Ill.
fest geb.