Spione und Nachrichtenhändler
Wie funktionierte die Arbeit der deutschen Geheimdienste während des Dritten Reichs und während des Kalten Krieges? Anhand ausgewählter Agenten sind eine Reihe von Autoren dieser Frage nachgegangen und haben die Strukturen unterschiedlicher Dienste
analysiert. Dabei gehen sie auch auf die Persönlichkeiten und Motive dieser Agenten ein, um ein realistisches Bild zu zeichnen. So waren weder deutsche noch US-Geheimdienste besonders zimperlich, wenn es darum ging, überzeugte Nationalsozialisten und Antisemiten in ihre Dienste zu nehmen (die z. T. in der deutschen Politik erstaunliche Karrieren machten) oder mit zwielichten Nachrichtenhändlern wie Josef Adolf Urban, einem ehemaligen SS-Obersturmbannführer, zusammenzuarbeiten. Um das Bild abzurunden, wird, anhand des Falles Hildegard Zickmann, die für Westdeutschland die DDR ausspionierte, auch die Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit skizziert. - Ein gut lesbares, sachlich geschriebenes Buch, das sich an wissenschaftlichen Standards orientiert.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Spione und Nachrichtenhändler
Helmut Müller-Enbergs ... (Hg.)
Links (2016)
375 S. : Ill.
fest geb.